Von der Raupe zum Schmetterling
Aug 20 - Offener Brief Medien-Corona

Offener Brief an die Medien zu den Ereignissen am 01.08.2020 in Berlin - Protest gegen Corona-Maßnahmen

Offener Brief an die Intendanten der öffentlich-rechtlichen Sender, die Landesmedien-anstalten für den Bereich der privaten Sender, die Verantwortlichen von Bild, Die Zeit, Die Welt, FAZ, Focus, Spiegel, die Programmverantwortlichen von RTL, SAT1, Pro7, NTV, den Presserat für die Printmedien der Bundesrepublik Deutschland und die Bayerische Staatskanzlei zu den Ereignissen am 01.08.2020 in Berlin


Sehr geehrte Damen und Herren,


dieser offene Brief ergeht an Sie als jeweils Verantwortliche für ihren Sender, Verlag oder Aufsichtsgremium für Printmedien, sowie die Bayerische Staatskanzlei.

Anlass sind die Vorkommnisse um die verschiedenen Demonstrationen in Berlin am 01./02.08.2020 und die damit zusammenhängende Berichterstattung.

Vorweg zur Einleitung und Klarstellung. Ich war selbst am 01.08.2020 in Berlin, und habe, von der Friedrichstr. kommend, an der großen Demonstration auf der Straße des 17. Juni teilgenommen, konnte mir also durchaus über den Zeitraum von ca. 6 Std. ein halbwegs realistisches Bild von den Geschehnissen machen. Was auf den anderen Demonstrationen, wie z.B. vorm Reichstag oder in Kreuzberg geschah, kenne ich nur durch Berichte Dritter.


Zur Vereinfachung verwende ich folgende Kürzel:

- Demo auf der Straße des 17. Juni, Querdenken/Tag der Freiheit:   Querdenken

- Demo vorm Reichstag:                                                          Reichstag

- Demo in Kreuzberg:                                                              Antifa


Niemals in meinem Leben zuvor war ich so erschüttert über die unfassbare Diskrepanz zwischen dem selbst Erlebten und dem, was darüber in fast allen deutschen Medien zu lesen, zu sehen und zu hören war. Das erinnerte in erschreckender Weise an das Jahr 1989 in der DDR. In Ton, Bild und Wort erinnerte das vor allem an die Mittel und Methoden des DDR-Staatsfernsehens, an die ich mich, Jahrgang 1959, noch „gut“ erinnern kann.


Es ist fast lächerlich, sich über die gravierenden Unterschiede über die Teilnehmerzahlen zu streiten, so offenkundig zeigen Videos und Fotos, dass die Zahlen von 15-20.000 Teilnehmer an Absurdität kaum zu übertreffen sind. Wer schon einmal auf dieser Straße des 17. Juni auf einem Event war, kann es selbst beurteilen. Ob es nun 500.000, 800.000 oder 1,2 Mill. waren – geschenkt, die Diskrepanz zu 17.000 ist so gigantisch und jenseits von entschuldbaren Fehlern bei Schätzungen.

Doch es gibt Aspekte, die noch brisanter und problematischer sind. Es gab, wie bereits einführend geschildert, 3 örtlich und zum Teil auch zeitlich unterschiedliche relevante Demonstrationen.

In verschiedenen Zeitungs-, Online- und Fernsehberichten wurden diese Ereignisse in Bild, Ton und Wort völlig unzulässig vermischt, was zu einer absoluten Verzerrung der Geschehnisse in der Wahrnehmung für die Konsumenten führt, und damit manipulativ wirkt.

Beispiel: „Die Zeit“

Foto von der Demo auf der Querdenken-Demo mit Unterschrift „18 Polizisten bei Räumung der abgebrochenen Demo verletzt.“

Inhalt: kein Hinweis, dass dieses Foto und diese Demo nichts mit verletzten Polizisten zu tun hatte – das war die friedlichste Demo, die man sich vorstellen kann - sondern von einer „Antifa“-Demo in Kreuzberg mit üblichen Ausschreitungen durch die Demonstranten stammte. Zusätzlich werden Aufrufe von Neonazis zur Demo kolportiert, obwohl das ebenfalls nichts mit der Querdenken-Demo zu tun hatte, sondern mit der Reichstags-Demo. Dort waren übrigens offenbar die ca. 20.000 Teilnehmer! Im Text wird dann weiter von einer gefährlichen Vermischung völlig unterschiedlicher gesell. Gruppen gegen die Corona-Regeln fabuliert.

Demonstranten werden eindeutig beleidigend beschimpft und stigmatisiert, es werden Denk-Schablonen für die Teilnehmer verwendet, wie Corona-Leugner, Covidioten, Spinner, Rechtsradikale, Reichsbürger, Esoteriker.


Übrigens ist es sehr abenteuerlich, dass heute Rechtsextreme und Esoteriker in einen Topf geworfen werden. Allein das sollte bei Journalisten schon Zweifel über die Verwendung von Begrifflichkeiten aufwerfen.


Fast ein Abbild die Darstellung z.B. bei RTL in Ton und Bild. Eröffnet wird mit Bildern der Ausschreitungen der „Antifa“-Demo zu den Anti-Corona Demos und verletzten Polizisten. Alles wird in einem bunten Demo-Cocktail vermischt, so als hätten die Demos und die Anliegen der Teilnehmer Gemeinsamkeiten gehabt. Das war nicht ansatzweise der Fall.


Fazit: Nein, weder vom Ziel, noch vom Inhalt, noch der Form, noch weiteren Intentionen hatten die drei Demonstrationen auch nur den Hauch einer Gemeinsamkeit, sie konnten z.T. widersprüchlicher nicht sein! Das war für jeden halbwegs intelligenten Menschen auch offenkundig erkennbar.


Was ist also das Ziel, wenn man dennoch alles in einen Topf wirft, und es dem Zuschauer/Leser so als unappetitlichen Demo-Brei medial präsentiert?

Liegt es an der polit. Orientierung der Reporter, sind es Ausnahmen, oder hat es Methode?

Nein, es sind keine Ausnahmen, keine Ausrutscher, es zieht sich wie ein roter Faden durch die Berichterstattung aller Medien zu diesen Vorgängen. Ausnahmen sind ganz wenige Zeitungen, wie die NRWZ, die wahrhaft berichten.

Mir ist bekannt, dass sich manche Medien auf Berichte anderer Quellen stützen und übernehmen. Das entschuldigt solche Berichterstattung keineswegs, macht es nur schlimmer. Denn was sind Berichte wert, die ungeprüft, nicht hinterfragt übernommen werden?

Gern unterstellen Politik und Medien den Bürgern und alternativen Medien, sie würden Fake-News ungeprüft übernehmen oder verbreiten – mag sein. Doch das, was hier geschehen ist, erfüllt die Definition „Fake-News“ zu 100%.

Gleichzeitig gibt es Berichte von Medien (Bild und ZDF), wo sich Moderatorinnen über den Umgang mit ihnen beschweren, sich „bedroht“ fühlen, und in bester Opferkultur ihren Bericht abbrechen.

Rauh war die Stimmung sicher, aber Bedrohung sieht anders aus. Warum also Abbruch? Hätten die Eindrücke nicht zum gewünschten Bild gepasst?

In welcher Parallelwelt muss man leben, um als Reporter/Journalist so blind und taub gegenüber dem zu sein, was hier in der Gesellschaft geschieht, und was einen erwartet, wenn man als Vertreter dieser Medien sich ins Getümmel stürzt?

Diese Diskrepanz erleben Menschen, besonders seit Beginn der „Flüchtlingskrise“ 2015, seit Jahren zunehmend, oft entlädt sich die Wut darüber in Parolen, wie Lügenpresse. Das Wort mochte ich bisher nicht, für mich beschreibt Teilwahrheiten, Unterlassungen und tendenzielle Berichterstattung die Dinge besser.  Darauf reagieren die Menschen, wenn sich Reporter dann recht provokativ in einer Demo an sie wenden, und Beweggründe erfahren wollen. Haben sie doch unzählige Male gesehen und erlebt, was daraus wurde.

Auch im Kontext Corona wurde vielfach mit falschen Fotos und Berichten aus Spanien/Mallorca Stimmung gemacht, Angst produziert, und so der Weg für weitere unsinnige Maßnahmen geebnet. Gerade musste der Spiegel das zugeben. So etwas macht mich sprachlos.


Dieses Mal wurden die Medien zu Berlin in weiten Teilen dem Ruf „Lügenpresse“ jedoch umfänglich gerecht. Es ist sogar schlimmer. Das erinnert an die Propaganda-Sendungen zu DDR-Zeiten, die ich selbst erleben musste. „Aktuelle Kamera“ und der „Schwarze Kanal“ hätten es nicht anders gemacht.

Es ist eine unfassbare und traurig machende Entwicklung der Medienlandschaft, die sich hier zeigt.


Als ehemalige DDR-Bürgerin, die sowas schon einmal erlebt hat, die 1987 das Land der Lügen/Propaganda verließ, ist es erschütternd zu sehen, wie sich Medien erneut zu Steigbügelhaltern einer Staats-/Regierungs-Meinung machen, die längst den Bezug zu den Realitäten und Sorgen der Menschen dieses Landes verloren hat.  Was für DDR-Bürger früher die „Westmedien“ waren, erfüllen heute zunehmend Schweizer Medien, wo Nachrichten statt Meinung/Emotionen und Wahrhaftigkeit noch vorkommen.

Ich kann nicht beurteilen, was da genau in den einzelnen Redaktionen, Sendern, Verlagen vor sich geht. Ich kenne die Strukturen und „Befehlsketten“ nicht, doch ich weiß eines genau.

Hier verkaufen unzählige Redakteure und Reporter ihre Seele, hier werden Order befolgt, die genau vorgeben, was zu senden ist, und was nicht. Anders ist die Einheitlichkeit der Berichte bis zu den benutzten Zahlen nicht erklärbar. Definitiv waren keine Polizeibeichte Ursache für diese Zahlen, denn die Polizei war es, die auf der Querdenken-Demo von 800.000 Teilnehmern bereits vor Beginn der eigentlichen Veranstaltung auf der Bühne berichtete.


Medien waren in dieser Republik einstmals die 4. Kraft in der Demokratie, waren das Korrektiv der Politik, haben in den vergangenen Jahrzehnten viele wichtige Dinger hinterfragt und aufgeklärt.

Diese Aufgabe haben sie aktuell vollständig aufgegeben, haben ihren Berufsethos verraten.

Sie sind von unabhängigen und kritischen Medien zu „Hofberichterstattern“ mutiert. Das ist wider ihrem Auftrag, den vor allem die öffentlich-rechtlichen Sender laut Rundfunkstaatsvertrag zu erfüllen haben.

Demonstranten, die sich gegen die fragwürdigen Corona-Maßnahmen der Regierung auflehnen, die zu Recht von Tausenden Ärzten kritisiert werden, sind nicht die Feinde der Demokratie, und sind nach aktuellem medizinischen Stand der Dinge auch keine Gefahr für andere Menschen, was immer wieder gegen medizinischen Sachverstand behauptet wird. Auch die höchst problematische Rolle der WHO (wie bereits 2009) und ihrer mittlerweile mehr als fragwürdigen Finanzierung werden nicht hinterfragt.


Diese „Epidemie“ ist seit Ende April vorbei. Heute propagieren die Medien bezugslose Zahlen von „positiv Getesteten“ als vermeintlich Infizierte, als Corona-Fälle, was nur der stark gestiegenen Zahl der Tests geschuldet ist.  Das ist medizinisch auf Grund der erwiesenen Fehlerhaftigkeit des PCR-Test unzulässig. Es gibt kaum Erkrankte, keine Toten, dennoch gehen die Maßnahmen und Schikanen weiter, wird das ganze Land wirtschaftlich an die Wand gefahren. Zig-Hundertausende nötige Behandlungen und OP’s fanden nicht statt (davon bin ich persönlich betroffen), Kliniken standen leer trotz ausgebliebener Krankheitsfälle, Kinder werden traumatisiert und alte Menschen sterben einsam. Das ist die eigentliche Tragik, doch hier schauen die Medien kollektiv weg, statt kritisch zu hinterfragen.

Diese Maßnahmen schützen Niemanden, sie sind in weiten Teilen unmenschlich, pervertieren den Gedanken Gesundheitsschutz.

Gegen diese Zustände haben Hunderttausende Menschen, in einer von Herzlichkeit, Frieden, Zusammengehörigkeit, Freiheit, Selbstbestimmung und Liebe getragenen Art und Weise, ihr Recht auf freie Meinungsäußerung demokratisch wahrgenommen.


Es ist eine Schande, was deutsche Medien daraus gemacht haben! Und eine ebenso große Schande sind die nachfolgenden Diskussionen über Demonstrationsverbote in der Politik, von den Medien weitgehend kritiklos übertragen.

Medien tragen eine hohe Verantwortung für das Gedeihen einer Demokratie. Den können sie in verschiedener Art und Weise erfüllen. Sie können mit Sachlichkeit, Wahrhaftigkeit, Kritik und Seriosität ihren Beitrag zu einem gedeihlichem Klima beitragen, oder sie können mit falschen Berichten, mit tendenziellen Berichten, mit Meinung statt neutralen Berichten das Klima in einer Gesellschaft in schwierigen Zeiten aufheizen. Sie können Verbinden und Versöhnen, oder sie können Spalten und Polarisieren.

Aktuell sind sie auf der Seite des „oder“, und gefährden den Frieden in dieser Gesellschaft.


Ich kann nur an die Vernunft, die Berufsehre und die Wahrhaftigkeit jedes einzelnen Reportes, Journalisten und Verantwortlichen, aber auch Politikers appellieren. Ich würde später nicht vor meinen Kindern stehen müssen, und auf bestimmte Fragen nur die Achseln heben können.

Ihr Auftraggeber ist nicht die Regierung dieses Staates oder Bundeslandes.

Die Medien-Verantwortlichen haben es in der Hand, diese bedrohliche Entwicklung zu beenden – machen sie wieder einen guten Job!


Freundliche Grüße

Ulrika Schöllner


Brief im PDF-Format

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