Von der Raupe zum Schmetterling
Mrz 22 - Frauentag-Gendern

Weltfrauentag und Gendern

Kampftag und Geschlechter-Ideologie

Blick aus transsexueller Sicht

 

Der gestrige Weltfrauen-„Kampftag“ und die leidigen Berichte über den neuen Kampf-Transgender Markus Ganserer ließen mich nicht ruhen, meine Hand wurde fast allein geführt, dazu musste einfach ein Beitrag her…

Nach dem Ganserer-Hype im Februar nach dessen Bundestagsrede hatte ich ja gehofft, dass wieder Ruhe eintritt, aber selbst am Weltfrauentag war es einigen Medien nicht zu blöd, ausgerechnet mit Kampf-Transgender Ganserer aufzuwarten – peinlicher geht es kaum mehr.

Persönlich halte ich ja von all den ausgerufenen Welt-Tagen nichts, aber der Weltfrauentag hat es schon in sich. Wieso glauben in Europa und speziell Deutschland noch immer so viele Frauen, dass sie strukturell benachteiligt seien, und sie kämpfen müssten – für was?

Für gleiche Arbeit, gleichen Lohn, gleiche Positionen, gleichen Status wie Männer, und das zur Not per Quote – tatsächlich Euer Ernst?

Nun, ich möchte das nicht! Fiktiver Einwand – Du bist ja auch keine biologische Frau.


Richtig, vielleicht aber gerade deshalb ist mein Unverständnis für Frauen auf diesem Kampfweg so groß. Ich habe einen langen Weg vom Mann und "Macho", der dennoch immer sehr weiblich war, der Macho eher Überspielung meiner Probleme mit mir war, zur Frau hinter mir.

Ich habe dabei auch gespürt, wie sehr sich in dem großen Gesamtkomplex Gefühlswelt alles dramatisch verändert hat. Das betrifft die allgemeine Sicht auf das Leben, den Umgang miteinander, die Arbeitswelt, den Zugang zu sich selbst u.v.a.m.

Frauen ticken anders als Männer, und das ist nicht meine Erfindung, unzählige Bücher wurden dazu geschrieben!

Wer als Frau ernsthaft glaubt, in der Männerwelt damit gut bestehen zu können, in dem man sich an die Männerwelt anpasst, sie gar adaptiert, der hat in meiner Sichtweise ein gespaltenes Verhältnis zur Frau in sich. Wer glaubt, Frauen müssten zahlenmäßig gleich vertreten sein in Führungspositionen, hat nicht verstanden, dass die Mehrheit der Frauen, dass die Natur der Frau dem widerstrebt.

Frauen sind per se nicht Kämpfer, Spalter, Trickser, Frauen sind verbindend, harmonisch, umfassend, ausgleichend. Und wo das nicht mehr so ist, haben sie sich bereits widernatürlich sehr an die Männerwelt angeglichen. Kann das ein Ziel sein?

Frauen sind z.B. nur zu einem Drittel in der IT-Welt vertreten – ungerecht, las ich kürzlich.

Wirklich? Ist es nicht eher so, dass Frauen natürlicherweise mit dieser Art Berufswelt weniger zu tun haben wollen? IT war früher meine Welt. Mit meiner Transition hat auch das sich stark verändert. Diese Welt der einseitigen Technik-Verliebtheit, realistisch sogar nur theoretischen Technik-Welt, die sich zunehmend von der Menschlichkeit verabschiedet, ist nicht mehr meine Welt. Empathie, Natur, Mensch-sein verschwinden dort, und das ist wider meinem Streben nach dem, was mich als Frau heute ausmacht – Naturverbundenheit, Empathie, Menschlichkeit, Verbindendes.

Oder Frauen im Bundestag – wieviel hat eine Arbeit, nein ein Kampf dort mit Weiblichkeit zu tun?

Nein, es ist nicht ungerecht, dass wir keine „Gleichheit“ in diesen Dingen zwischen Frauen und Männern haben, denn wir sind nicht gleich – zum Glück!

Gleichberechtigung bedeutet nur, dass wir alle die gleichen Chancen hätten, aber nicht, dass wir sie alle nutzen müssen. Ein erheblicher Unterschied!

Gern werden Kritiker der „Gleichheit“ damit verunglimpft, sie würden Frauen an den Herd zurückschicken wollen. Das trifft mich besonders hart. Tatsächlich – ich gehöre zu den Frauen, die gern Hausarbeit machen, ich liebe es. Noch 2 Kinder dazu, und meine Welt wäre perfekt. Keine Frage, da steckt natürlich auch meine verhinderte Frauenzeit der Jugend dahinter, in der ich Mann sein musste, etwas Idealisierung ist somit auch dabei. Und mit einem hohen Einkommen, dessen Grundlagen ich mir in der Mann-Zeit erarbeitet habe, kann ich natürlich auch leichter Sprüche klopfen.

Doch Fakt ist, dass es Frauen gemäß ihrer Natur nicht in die gleichen beruflichen Bahnen zieht, wie es Männer mehrheitlich anstreben. Niemals wird es hier eine faktische Gleichheit bei Berufen und Anteilen geben. Quoten sind hier definitiv Unsinn und errreichen eher einen unnatürlichen "Gleichstand". Ob der uns allen am Ende gut tun würde, ist zu bezweifeln.

Ebenso ändert das nichts an den Grundfragen zwischen Mann und Frau, an der bipolaren Geschlechterwelt, die Grundlage unseres Lebens ist, an der Dualität unseres Seins, die nicht existiert, um von einer außer Rand und Band geratenen Gesellschaft beseitigt zu werden.

Damit bin ich schon beim zweiten Aspekt – bipolare Geschlechterwelt.

Jeder Mensch auf dieser Erde hat das Recht nach seiner Fasson zu leben und glücklich zu werden, solange er das für sich tut, und nicht die Gesellschaft damit nervt, um es ganz salopp zu sagen.

Wer aber beginnt, die Grundlagen unseres menschlichen Lebens in Frage zu stellen, Geschlecht zum beliebigen sozialen Konstrukt zu erklären, Biologie zu verachten, und dieses Narrativ auch noch der Gesellschaft als neues „modernes“ Gesellschafts-Modell überstülpen zu wollen, der nervt die Mehrheit der Gesellschafft zunehmend. Und eine Gesellschaft, deren politische Vorturner und deren Medien dieses Narrativ exzessiv betreiben und fördern, betreibt eine Spaltung und Zersetzung der Menschen in diesem Land.

Markus Ganserer ist aktuell das Paradebeispiel dafür. Ein Mann, der sich Perücke aufsetzt, Nägel lackiert und Kleid anzieht – privat so weit so gut, ein Transvestit oder Cross-Dresser. Auch viele transsexuelle Frauen kennen dass aus ihrer ersten Phase der Transition, die nicht zu den schönsten Momenten zählten – zumindest für mich. Doch wenn dieser Mann als „Frau Tessa Ganserer“ in den Bundestag über die „Frauenquote“ einzieht, dann sind das eben andere Dimensionen. Es gibt zum Glück in DE klare Gesetze und Richtlinien (TSG), damit vernünftige Optionen für Menschen, die sich für diesen Weg entscheiden, auch wenn es im Bereich Krankenkassen dazu noch Verbesserungsbedarf gibt.

Der Weg wird von einem Psychologen/Psychiater begleitet, der entscheidet, ob es sich um einen Fetisch, Lebensstil oder eben die Besonderheit Transsexualität handelt, der bei erkannter Transsexualität die Diagnose F64.0 stellt, die zur Hormontherapie berechtigt, der am Ende ein Gutachten ausstellt, auf dessen Basis man die Personenstands- und Namensänderung vornehmen lassen kann, sowie die nötigen medizinische Eingriffe zur Geschlechtsangleichung.

Dieser Weg ist medizinisch wie gesellschaftlich sinnvoll und keine Diskriminierung, wie es Teile der Transgender-Community und besonders Ganserer darstellen. Mit diesem Weg werden schwerwiegende Fehlentscheidungen begrenzt, Menschen vor sich selbst geschützt, und die Gesellschaft vor der absurden Idee der geschlechtlichen Beliebigkeit bewahrt.

Wer das aber alles nicht machen will, wer körperlich wie rechtlich Mann bleibt und bleiben will, der hat auch nicht das Recht sich öffentlich-rechtlich als Frau darzustellen – der ist und bleibt Mann. Das ist dann weder Transsexualität, noch ist er eine Transfrau – er ist Transvestit, Cross-Dresser oder Transgender… was auch immer.

Sie spüren eine gewisse Aufgeregtheit, ja fast Aggressivität in meinen Worten, die Energie ist spürbar? Ja – genau!

Wenn das nur die oder einige wenige Personen betreffen würde, die sich derart überzogen präsentieren, dann könnte man darüber lachen, müsste es nicht ernst nehmen. Doch dem ist leider nicht so. Dahinter steckt eine Ideologie, die die ganze Gesellschaft untergraben will. Geschlechter-Vielfalt, vermeintliche körperlich-geschlechtliche Selbstbestimmung und die Korrektur des klassischen Familienbildes als Keimzelle der Gesellschaft. Daher findet dieser Ganserer-Fall nicht nur Beifall in der Transgender-Community, sondern in weiten Teilen der Grünen, Linken, SPD bis zur FDP (!), und das besonders – hier wird es für mich noch dramatischer – bei Frauen!

Dort schreckt man auch nicht davor zurück, demnächst das Transsexuellengesetz (TSG), das ich oben beschrieb, abschaffen zu wollen, und sogar Kindern, selbst gegen den Willen ihrer Eltern, den Weg zur selbstbestimmten Geschlechtswahl zu eröffnen.


„Transfrauen sind Frauen“ posteten wütende SPD-Frauen solidarisch zu Ganserer in den sozialen Medien, weil eine Abgeordnete der AfD die Dinge so benannt hat, wie sie biologisch/rechtlich sind. Ja, wenn mit Transfrauen transsexuelle/intersexuelle Frauen gemeint sind, dann gern, aber doch nicht im geschilderten Fall!

Dieser ganze Unsinn bringt die Durchschnitts-Menschen in Aufregung. Wer von dem Thema unberührt ist, hat sowieso schon Probleme zu verstehen, dass Menschen wie ich sich im falschen Körper geboren fühlen und das ändern wollen. Kommt man mit ihnen ins Gespräch, lernen sie mich persönlich kennen, ändert sich das fast immer. Wenn sie jedoch solchen Schwachsinn vorgeführt bekommen, dann fehlt erst recht jedes Verständnis, und das verstehe ich gut.

Diese Überspitzungen und ideologischen Auswüchse der Transgender-Community in Verbindung mit der parallelen Gender-Ideologie spalten auch hier das Land zunehmend. Für mich persönlich ist das Schlimme daran, dass die aufgebrachten Menschen dann alle Erscheinungen in diesem Gesamt-Thema in ein und dieselbe Tonne „Transgender-Gaga“ werfen, nicht in der Lage oder Willens sind, hier zwischen Gaga und medizinisch Bedingtem zu unterscheiden – das ist teilweise verständlich, tut aber andererseits weh.

Die meisten transsexuellen Frauen, die ich persönlich kenne, sehen das ebenso wie ich, und haben dennoch zunehmend unter dieser politischen Vereinnahmung des Themas durch Politik und Transgender-Community zu leiden, obwohl wir uns teilweise leidenschaftlich gegen die Transgender-Ideologie einsetzen. Eine fast paradoxe Situation.

Andererseits sehe ich manche transsexuelle Frau in den sozialen Medien, die sich möglicherweise schlicht dem „Gruppenzwang“ der Transgender-Community unterwirft und sich mit einer der „ihren“ solidarisiert. Sie sollten eventuell nochmals hinschauen, was sie da unterstützen, sich fragen, ob das wirklich etwas mit ihnen zu tun hat, und welche Folgen das haben wird.

Ansonsten wünsche ich mir nur, dass die Menschen, trotz der vordergründigen Gaga-Sichtweisen zum Thema, differenzieren lernen. Bedenkt bitte, die Mehrheit der real transsexuellen/intersexuellen Menschen stellen sich nicht in den Vordergrund, wollen niemanden missionieren, stellen die bi-polare Geschlechterwelt nicht in Frage, nehmen dafür Opfer in Kauf (Kinder, Familie), und wollen einfach nur ein für sie normales und glückliches Leben genießen, dass ihrer Besonderheit gerecht wird.

Das muss man nicht verstehen, auch nicht toll finden, einfach nur so akzeptieren, wie man bei anderen Menschen deren Besonderheit ebenso respektiert – nicht mehr und nicht weniger! Danke für die Aufmerksamkeit!


Ulrika Schöllner